logodesign seelenrauch 5

Die letzten drei Tagebucheinträge

Nach der Enttäuschung kommt MUT

Mein letzter Eintrag ist schon über zwei Wochen her. Irgendwie war mir nicht danach zu schreiben oder sonst etwas zu tun. Ich möchte immer positiv sein und das Gute sehen aber ich bin ehrlich, es...

Mein Widerstand gegen die Stille

Warum fällt es mir so schwer, einfach mal nichts zu tun? Den Pause Knopf drücken und Stillstand zulassen. Aber nein, auch wenn mein momentaner Gesundheitszustand sowieso keine großartigen Aktionen...

Akzeptanz

Als ich heute in der Küche stand, sind mir einige Gedanken gekommen, die ich hier gerne teilen möchte.Jeder Mensch, jede Seele lebt in seiner eigenen Welt. Jeder macht eigene Erfahrungen, fühlt und...

Der neuste Tagebucheintrag (in voller Länge)

Nach der Enttäuschung kommt MUT

Mein letzter Eintrag ist schon über zwei Wochen her. Irgendwie war mir nicht danach zu schreiben oder sonst etwas zu tun. Ich möchte immer positiv sein und das Gute sehen aber ich bin ehrlich, es fällt mir zur Zeit unglaublich schwer. Wenn man sich ständig wie ausgekotzt und leer fühlt, kann man sich das ganze einfach nicht schön reden. Das Leben ist dann nicht toll und schön und voller kleiner Glücksmomente. Nein, zumindest bin ich da noch nicht angekommen. Aber es ist auch nicht alles schlecht und scheiße. Gestern zum Beispiel, war das Wetter so schön und man konnte im T-Shirt draußen in der Sonne sitzen. Mit einem heißen Kakao in der Hand und geschlossenen Augen sog ich jeden Sonnenstrahl auf.
Diese Woche hatte ich wieder ein CT. Alle drei Monate wird eine größere Kontrolle gemacht. Normalerweise vertrage ich das Kontrastmittel immer sehr gut aber dieses mal bekam ich so starke Kopfschmerzen, die bis zum nächsten Tag anhielten. Mir war schlecht und meine Beine fühlten sich schwer an. Ich ging schon um 18 Uhr ins Bett und weinte, ich war fertig und wollte einfach nur noch schlafen. Ich wusste nicht wie ich mich hinlegen sollte, mein Kopf schien zu explodieren. Vor Erschöpfung schlief ich ein, wachte wieder auf, schlief wieder ein.

Stunden zuvor, bekam ich noch am selben Tag den online Befund vom CT – Besprechung dazu habe ich erst am Freitag. Ich weiß, ich bin was das anbelangt sehr naiv, denn ich bin fest davon überzeugt, dass jeder in der Lage ist sich selbst zu heilen (sofern die Seele nicht einen anderen Plan hat). Wie so oft, war ich deshalb wieder enttäuscht von dem Ergebnis. Ich erhoffte mir mehr. Hat sich meine Seele das wirklich ausgesucht? Was habe ich denn noch zu lernen und zu verstehen?? ChatGPT hat den Befund für mich so zusammengefasst:

Lunge: Größtenteils stabil. Einzelne Metastasen minimal gewachsen.

Pleura (Rippenfell): Zwei kleine Herde leicht größer.

Leber: Mehrere Metastasen etwas gewachsen.

Niere links: Metastase leicht kleiner (positiv).

Knochen: Weitgehend unverändert/stabil.

Keine Flüssigkeit in Lunge oder Herzbeutel.

Kein Hinweis auf akute Immun-Pneumonitis.


📌 Wichtigster Satz im Befund

„Diskordantes Tumorverhalten“

Das bedeutet:
👉 Manche Metastasen wachsen leicht
👉 Manche bleiben stabil
👉 Eine ist sogar kleiner geworden

Also: kein einheitliches Verhalten.

🧭 Gesamtbild vereinfacht

  • ❌ Keine komplette Remission
  • ❌ Keine starke, schnelle Verschlechterung
  • ✅ Vieles stabil
  • ⚖️ Einzelne kleine Größenzunahmen
  • ✅ Eine Läsion kleiner geworden

Das ist ein gemischtes Bild.

Tja, vielleicht sollte ich einfach froh sein, dass die Metastasen nur minimal gewachsen sind, und die in der Niere sogar etwas kleiner geworden ist. Vielleicht sollte ich meine Ansprüche an mich etwas hinunterschrauben. Aber das würde sich für mich auch wieder falsch anfühlen – DREAM BIG und nicht DREAM small! Also bleibt mein Traum vollkommen gesund zu sein! Und bis ich das nicht bin, werde ich immer wieder enttäuscht darüber sein. Was nicht heißt, dass ich aufgebe, nach der Enttäuschung kommt Mut. Ich entscheide mich, mich nicht unterkriegen zu lassen und trotz der ganzen Rückschläge weiterzumachen. Weiterzumachen auch wenn es sich oft schwer anfühlt.

"Um dich selbst zu kennen, musst du mit dir selbst sein. Um mit dir selbst zu sein, musst du dich selbst lieben."

- Rupi Kaur
dscf1535

„Wer zu sich selbst finden will, darf andere nicht nach dem Weg fragen.“

Vor sechs Jahren als mein kleinster 10 Monate alt war erhielt ich die Diagnose adenoidzystisches Karzinom im fortgeschrittenem Stadium. Ein Schicksalsschlag der mir den Boden unter den Füßen zog und zugleich die beginnende Reise war, mein wahres Selbst zu finden. Vieles hat sich verändert, ich hab mich verändert, aber die Reise hier auf Erden endet erst, wenn ich den Planeten verlasse. Vielleicht möchtest du meine Gedanken und Gefühlen ein wenig lauschen und wer weiß, vielleicht findest du dich selbst ein wenig wieder.

Kontaktiere mich

"Ein freundliches Wort kostet nichts, und dennoch ist es das Schönste aller Geschenke."