dscf1684

Wie Phönix aus der Asche

Komischerweise habe ich mich nie gefragt warum gerade ich Krebs habe. Nach der Diagnose ging ich regelmäßig zu einer tollen Psychologin, die ich schon vorher kannte. Netterweise bot sie mir ihre Hilfe an, als sie erfahren hatte, dass ich Krebs habe. Das war einer der ersten Schritte auf meiner Reise in mein Inneres. Mein Mann hatte schon ein bisschen Vorarbeit geleistet – denn er hat immer ein gutes Gespür und sagt oft Dinge die ich erst nicht hören will, die mich aber zum nachdenken anregen.

Schnell wurde mir klar, dass mir mein Körper schon lange etwas sagen wollte und als ich nicht hörte, schreite er geradezu. Meist ist es doch so, dass ein Schicksalsschlag passieren muss, bis man etwas ändert. Leider war das bei mir auch der Fall. So viele Themen sind hochgekommen und wie oft habe ich Tränen vergossen, weil die Erkenntnis einfach schmerzte. Themen die meine Eltern, meine Geschwister und auch Menschen in meinem näheren Umfeld betrafen. Ich war der People Pleaser schlechthin. Bin es teils immer noch, es ist ein Prozess. Ich weiß nicht ob ich über die Themen die meine Herkunftsfamilie betreffen schreiben werde aber für mich war das wohl eines der schwierigsten Themen – kurz gesagt ist mir klar geworden, dass ich oft nicht ernst genommen wurde, mir nichts zugetraut wurde, ich es allen und jedem recht machen wollte bis ich selbst nicht mehr wusste wer ich bin und was ich möchte. Ich traute mir kaum etwas zu und hatte bei der kleinsten Kritik das Gefühl alles falsch zu machen und nicht gut genug zu sein. Die typischen Glaubenssätze mit denen so viele zu kämpfen haben.

Ich kann nicht sagen, dass ich alles überwunden habe aber ich weiß, wo mein Fokus liegen sollte und welche Prioritäten für mich wichtig sind. Grenzen setzen, auch mal NEIN sagen, mein Wohl und meine Gesundheit in den Vordergrund stellen. Auch ich bin wichtig! Selbstfürsorge, einfach mal auch für mich da sein. Ehrlich gesagt, falle ich immer noch in alte Gewohnheiten aber ich habe mich enorm entwickelt in den letzten Jahren. Ich würde sagen ich habe mich von einem welken Gänseblümchen zu einem standhaften Löwenzahn entwickelt – natürlich mit Potential nach oben! Da wartet noch die stolze Rose oder noch besser die Sonnenblume, die sich immer zum Licht dreht und voller Lebensfreude, Wärme und Glück strotzt.
Ich freue mich irgendwann eine Sonnenblume zu sein.

Gerade jetzt im Jahr 2026, das Jahr des Neubeginnes, fühle ich, dass Veränderung in der Luft liegt. Tief in mir schlummert noch etwas, das geweckt werden will. Auch wenn es mir momentan gesundheitlich nicht so toll geht, bin ich gerade jetzt in diesem Augenblick voller Vorfreude was noch so kommt. Ich hoffe so, dass die harte Schale noch etwas mehr aufbricht und das Licht alles erhellt. Das ist doch eine schöne Vorstellung oder? Jeder hat dieses Licht in sich, bei manchen strahlt es mehr, bei manchen weniger aber jeder hat die Kraft und die Möglichkeit es hell erstrahlen zu lassen. Wie Phönix aus der Asche.

Schreibe einen Kommentar

Your email address will not be published. Required fields are marked *