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Akzeptanz

Als ich heute in der Küche stand, sind mir einige Gedanken gekommen, die ich hier gerne teilen möchte.
Jeder Mensch, jede Seele lebt in seiner eigenen Welt. Jeder macht eigene Erfahrungen, fühlt und denkt über Situationen, Menschen oder Gegebenheiten anders, wie es vielleicht ein anderer tun würde. Wir werden alle unterschiedlich erzogen, wachsen in verschiedenen Kulturen auf, erfahren Liebe oder auch Gewalt, lernen verschiedene Dinge auf unterschiedliche Art und Weise. Also ist für den einen etwas die absolute Wahrheit, was für jemand anderen totaler Quatsch ist und umgekehrt. Mit diesem Bewusstsein, wie kann man da andere be- und verurteilen? Wir Menschen tun das so schnell, ohne die wirklichen Hintergründe zu kennen. Ich weiß, nicht jeder hat den selben Bewusstseinsstand und ich verstehe auch, dass Menschen die unbewusst sind, gerne beurteilen und verurteilen. Aber trotzdem erlebe ich auch viele, mit anscheinend höherem Bewusstsein, die dasselbe tun. Ich möchte mich selbst da gar nicht rausnehmen, auch ich habe mich schon dabei ertappt.

Mein Mann meint immer, ich sehe zu oft nur das Gute in jedem und allem, aber ist das wirklich so schlimm? Nur weil ich eine andere Perspektive einnehme und es auch aus einer anderen Sicht sehen kann, heißt das ja lange nicht, dass ich es für mich gut finde und es auch mein Weg ist. Oder das mir etwas gefällt, nur weil ich nicht verurteile, dass jemand einen anderen Geschmack als ich hat. Wie oft habe ich mich beim Spazieren schon geärgert, wenn meine Begleitung über die Gärten anderer sinniert hat und gemeint hat “wie kann man nur”. Ich mache mir darüber nie Gedanken, es ist ja nicht mein Garten. Es sind einfach so Kleinigkeiten, die so unnötig sind und umsonst viel Energie verschlucken. Warum macht man sich so viel Gedanken um andere und deren Leben und Entscheidungen? Es wär doch viel wichtiger bei sich zu bleiben, mal seine eigenen Entscheidungen und Verhaltensmuster zu hinterfragen. Denn man selbst macht doch auch haufenweise Fehler oder ist nicht ansatzweise perfekt.

Für mich ist es manchmal schwierig damit umzugehen, gerade in der Kindeserziehung. Jeder versucht sein Bestes und jeder begleitet seine Kinder auf seine eigene Art. Gerade eben hatte ich so eine Situation mit meinem (bald 7jährigen) Sohn. Ein Freund von ihm ist zu Besuch bei uns. Die letzten Male war er immer bei ihm, ein Grund dafür ist, dass sie bei seinem Freund meistens eine halbe Stunde “zocken” dürfen und er die cooleren Spielsachen hat. Bei uns wird nur sehr sehr selten bis gar nicht gezockt, wenn ein Freund zum spielen kommt. Ich finde es schöner, wenn sie so zusammen spielen, wie man es früher schon getan hat – man ist einfach kreativ geworden und hat sich was ausgedacht oder ist einfach raus in die Natur. Das ganze Elektrozeugs kommt eh alles schon so früh und ist bei Kindern schon regelrecht eine Sucht. Auf jeden Fall, kommen die zwei Jungs zu mir und wollen gemeinsam zum Freund nach Hause, weil sie dort zocken dürfen und sie hier nicht wissen was sie spielen sollen (wir haben ja keine Spielsachen – Achtung Ironie). Mich macht sowas echt traurig, ich weiß Kinder sind Kinder – aber, dass es bei uns langweilig ist, nur weil wir die Kids nicht “zocken” lassen, hat mich echt etwas geärgert. Es ist vollkommen OK für mich, wenn es bei anderen anders abläuft und es dort Gang und Gäbe ist, ich verbiete es meinem Sohn dann auch nicht. Aus Kindersicht kann ich auch verstehen, dass es dort dann cooler ist aber es macht mich halt traurig, wenn es bei uns soooo langweilig ist. Naja, die blöde Mama hat NEIN gesagt und es den Jungs nicht erlaubt und mit der Mama des Freundes hat sie grad auch noch telefoniert (die noch gar nicht Zuhause ist) und abgemacht, dass sie dort auch nicht zocken dürfen, falls sie noch rüber gehen.

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