Mein Widerstand gegen die Stille
Warum fällt es mir so schwer, einfach mal nichts zu tun? Den Pause Knopf drücken und Stillstand zulassen. Aber nein, auch wenn mein momentaner Gesundheitszustand sowieso keine großartigen Aktionen zulässt, schaff ich es absolut nicht abzuschalten – sei es den Kopf, oder der Drang irgendetwas tun zu müssen. Ich kann doch nicht einfach Zeit verplempern? Allein mit mir und meinen Gedanken? Phuuu, langweilig und anstrengend. Immer wieder greift meine Hand reflexartig nach dem Smartphone. Ja nicht mit mir Selbst sein. Es ist immer wieder das gleiche, ich nehme mir vor, nichts zu tun, nur dasitzen und blöd schauen – blöd schauen kann ich ganz gut, aber für längere Zeit einfach nur dasitzen ohne irgendetwas zu lesen, anzuschauen, zu stricken, häkeln oder sonst was zu tun? Nein, nein, nein, das macht mein Ego nicht mit. Alles was ablenkt ist willkommen. Oh, da ist ja noch die Wäsche in der Waschmaschine, der Geschirrspüler ist fertig und sollte ausgeräumt werden, ich wollte doch schon so lange mal nach diesem und jenem googeln, das muss ich schnell machen, bevor ich es wieder vergesse. Tja, das ist dann alles wichtiger und am Ende des Tages ärgere ich mich über mich selbst, bin streng zu mir – schon wieder hast du die Stille nicht ausgehalten. Aber was bedeutet es denn, wenn es still wird? Wenn es still wird, werden die Gedanken lauter, Gefühle tauchen auf, die womöglich nicht gefühlt werden wollen, die Angst machen oder sich schlecht und ungut anfühlen. Innere Unruhe kann auftreten und wie bei mir der Fall, das Gefühl unnütz und unproduktiv zu sein und seine Zeit zu vergeuden. Wir sind es so gewohnt, ständig mit Reizen, Informationen und Aufgaben beschäftigt zu sein, dass sich Stille ungewohnt anfühlt. „Beruhige den Geist und Deine Seele wird zu Dir sprechen.“ Und was kann man tun, um besser in die Stille zu kommen? Ich habe mich ein wenig damit beschäftig und teile hier, was ich für mich versuchen und umsetzen möchte. In die Stille zu gehen und sie zuzulassen muss geübt werde, es ist wie ein Muskel der trainiert werden muss. Wie bei allem, braucht es ein wenig Disziplin. Warum ist Stille so wichtig? Stille ist wichtig für Körper als auch für den Geist. Stille reduziert Stresshormone, beruhigt die Herzfrequenz und die Atmung und gibt deinem ganzen Körpersystem die Möglichkeit sich zu regulieren. Wenn du dir keine Pausen gönnst bist du unter konstanter Daueranspannung und merkst es oft nicht mal. Kreative Ideen, Problemlösungen, Selbstreflexion passieren oft wenn es still und “langweilig” wird. In der Stille wird dir erst klar, wie du dich gerade wirklich fühlst. Bin ich glücklich? Bin ich erschöpft? Was fehlt mir eigentlich? Und wenn du mal die Stille und Langeweile aushalten kannst, passiert womöglich etwas sehr schönes – du bist nicht mehr abhängig von Dauerbeschäftigung, Ablenkungen und äußerer Bestätigung. Denn Stille macht freier und lässt dich, dein wahres Selbst erkennen. Na, machst du mit? Jeden Tag 5 Minuten Stille.
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