Hallo, ich bin Sabrina und tippe hier diese Worte. Wenn du etwas mehr über mich erfahren möchtest, dann lies bitte weiter. Vielleicht kannst du dich selbst an der ein oder anderen Stelle wiederfinden.
Mein Leben war eigentlich jahrelang recht monoton, nichts “aufregendes” passierte. Ich lebte in meiner sicheren Bubble. Mit 31 Jahren wohnte ich in einer eigenen Wohnung in meinem Elternhaus – also zwar getrennt, aber immer noch Zuhause. Mama machte meine Wäsche und Papa kümmerte sich um alle Angelegenheiten, was mein Auto betraf und auch sonst hatte ich nicht viel Verantwortung zu tragen. Ich konnte immer auf die Hilfe meiner Eltern zählen. Mein Job machte mich zwar nicht glücklich und ich spielte oft mit dem Gedanken, etwas anderes zu machen, aber ich wusste nie, in welche Richtung es gehen sollte. Die Angst, nicht den Anforderungen zu entsprechen, war groß. Also blieb ich beim Altbekannten, denn da wusste ich zumindest, dass ich meine Arbeit gut mache.
Und dann ging auf einmal alles ganz schnell – ich lernte einen Mann kennen, der eine Tochter mit in die Beziehung brachte. Eigentlich war ein Mann mit Kind nie auf meiner Liste, aber ich schloss beide schnell in mein Herz. Kurze Zeit später war der Schock groß – ich war ungeplant schwanger. Von nun an änderte sich mein Leben komplett. Ich zog mit diesem Mann zusammen und war so oft überfordert mit allem. Ich kündigte meinen Job und habe so viel Altes und Vertrautes hinter mir gelassen. Als unser Sohn da war, war es zugleich das Schönste überhaupt, aber auch sehr kräftezehrend. Schon in der Schwangerschaft plagten mich seitliche Rückenschmerzen, die danach immer noch anhielten. Als der kleine 9 Monate alt war, heirateten mein Mann und ich im kleinsten Kreise. Im Nachhinein würde ich es nicht mehr anders machen wollen, obwohl ich bei der Planung viele Tränen vergossen habe, da die Vorstellungen von meinem Mann andere waren, die ich in meinem Kopf hatte.
Man kann wirklich sagen, dass alles ziemlich schnell ging – kennenlernen, gleich schwanger werden, zusammenziehen, heiraten – alles in eineinhalb Jahren. Da die Rückenschmerzen in dieser Zeit immer schlimmer wurden und auch auf den Bauch nach vorne strahlten, ging ich dem ganzen nach. Ich ging zur Physiotherapie, ließ mich beim Internist untersuchen, alles ohne Erfolge und Befunde. Ein Glück schickte mich meine damalige Hausärztin zu einem Orthopäden, der gleich ein MRT anforderte. Als der Befund da war, musste ich das alles erstmal verdauen und begreifen – ein Tumor an der Brustwirbelsäule, ob bösartig, musste erst noch festgestellt werden. Ich wurde schnell in die Uniklinik Innsbruck geschickt, wo ein Untersuchungs-Marathon anstand, denn eins war klar, der Tumor an der Brustwirbelsäule war nur eine Absiedelung, der Haupttumor musste erst gefunden werden. Ich mache es kurz, denn es war wirklich eine Odyssee, PET-CT, Biopsie an Wirbelsäule und Brust mit Panikattacke, gynäkologischen Untersuchungen, vielen Tränen und Sehnsucht nach meiner Familie. Mein Mann bat schließlich die Ärzte, sie sollten doch mal meinen Hals untersuchen. Schon längere Zeit, denke ich sogar Jahre, hatte ich am linken Hals einen Knubbel, der laut mehreren Besuchen beim Arzt ein Überbleibsel einer Erkältung sein soll und einfach nicht mehr zurückgegangen ist.

